Veränderungen im DFB-Team? Das sagt Matthäus

Deutschland ist bei der Fußball-EM als Erster der Gruppe A in das Achtelfinale eingezogen, hat am letzten Sonntag mit einem Tor in der Nachspielzeit noch einen Punkt gegen die Schweiz gerettet (1:1). Das Zwischenfazit von Rekordnationalspieler Lothar Matthäus fällt entsprechend positiv aus.
"Bisher sieht das deutsche Spiel gut aus, es ist Druck nach vorne da, auch wenn der Ball gegen die Schweiz nicht mit den ersten Chancen ins Tor gegangen ist wie gegen Schottland und Ungarn", schrieb der TV-Experte in seiner "Sky"-Kolumne.
Dass es gegen die Eidgenossen nur zu einer Punkteteilung gereicht hat, stellt für Matthäus überhaupt kein Problem dar. Er zog gleich mehrere Vergleiche heran, um seine Meinung zu untermauern.
"Argentinien hat bei der WM in Katar das Auftaktspiel gegen Saudi-Arabien verloren, Deutschland hat 2014 gegen Ghana 2:2 gespielt, wir haben 1990 gegen Kolumbien 1:1 gespielt. Ich kenne keine Mannschaft, die mit sieben Top-Leistungen durch ein Turnier marschiert ist", so der 63-Jährige, der den vierten EM-Titel für Deutschland weiterhin für absolut möglich hält.
Mit großen Veränderungen in der Startformation rechnet Matthäus derweil nicht, wie er betonte: "Ich gehe davon, dass Nagelsmann bei seinem System und den gleichen Spielern bleibt."
Matthäus setzt Vertrauen in BVB-Verteidiger Schlotterbeck
Notgedrungen muss am kommenden Samstag im Achtelfinale (ab 21:00 Uhr) aber auf jeden Fall in der Defensive rotiert werden, da mit Jonathan Tah ein Spieler gelbgesperrt fehlt und Antonio Rüdiger mit muskulären Problemen fraglich ist.
"Nagelsmann weiß jetzt, dass er sich auf Nico Schlotterbeck als Ersatz für den im Achtelfinale gesperrten Jonathan Tah verlassen kann", bescheinigte Matthäus dem BVB-Verteidiger und Backup für Tah einen guten Kurzeinsatz gegen die Schweiz, als er in der zweiten Halbzeit eingewechselt worden war.
Der Weltmeister von 1990 ist sich sicher, dass das DFB-Team auch mit den Veränderungen in der Viererkette das Achtelfinale überstehen kann: "Schlotterbeck hat ein gutes halbes Jahr beim BVB hinter sich, er hat in der Champions League gut gespielt. Und wenn es bei Rüdiger nicht mit einem Einsatz klappen sollte, hätten wir mit Schlotterbeck und Waldemar Anton zwei Innenverteidiger mit Tempo, die körperlich gegen den Mann spielen und kopfballstark sind. [...] Anton über die ganze Bundesligasaison und Schlotterbeck in den vergangenen Monaten haben beide gezeigt, dass sie ganz große Spiele können."