26.11.2024 09:58 Uhr

Geraerts packt heftige Details über Schalke-Rauswurf aus

Karel Geraerts arbeitete ein knappes Jahr beim FC Schalke 04
Karel Geraerts arbeitete ein knappes Jahr beim FC Schalke 04

Ex-Trainer Karel Geraerts hat sein erstes ausführliches Interview nach dem Rauswurf beim FC Schalke 04 gegeben und einen schonungslosen Einblick hinter die Kulissen des dauerkriselnden Zweitligisten zugelassen.

"Innerhalb von Schalke gibt es viele Lager. Jeder hat seine eigene Agenda und macht sein eigenes Ding", sagte der 42 Jahre alte Belgier gegenüber "Het Laatste Nieuws". "Ich habe in einem Jahr bei Schalke mehr erlebt als in meiner gesamten Karriere."

Indiskretionen waren bei den Königsblauen während der kurzen Ära Geraerts anscheinend an der Tagesordnung. "Einmal hatte ich ein Gespräch mit jemandem aus dem Management. Das Gespräch war beendet, wir gingen auseinander, und keine Viertelstunde später stand alles online", schilderte der Fußballlehrer.

Die Medienberichterstattung rund um die Knappen empfand Gerarts ohnehin als schwierig. "Diese Geschichten über die Spieler in der B-Mannschaft waren oft erfunden, aber jede Woche kamen zwei oder drei Dinge auf mich zu. Von manchen Sachen wusste ich gar nichts, andere Dinge waren verdreht. Und manchmal stimmte es, wobei man sich fragte, wie sie es überhaupt herausgefunden hatten."

Auch über den Konflikt mit Kaderplaner Ben Manga packte Geraerts aus: "Es gab dieses große Interview nach dem Transferfenster, in dem er mich offen kritisierte. Seitdem habe ich nichts mehr von ihm gehört. Das war eine Bombe in Deutschland, jeder hat darüber gesprochen. Nach diesem Interview stand alles in Flammen, und ich wusste von nichts."

Geraerts spricht über Entlassung beim FC Schalke 04

Geraerts ließ zudem durchblicken, von der Entlassung am Tag nach der 3:5-Heimpleite gegen Darmstadt 98 im September seien er und seine Assistenten im Gegensatz zur restlichen Belegschaft nicht informiert worden. Auch der ebenfalls gefeuerte Sportdirektor Marc Wilmots wurde wohl kalt erwischt.

"Es war ein Training angesetzt. Gegen sieben Uhr, halb acht komme ich am Klub an. Es war niemand da. Ich habe dann Marc angerufen: 'Ich glaube, wir haben ein Problem.' Er sagte: 'Warum? Ist niemand da? Ich bin in fünf Minuten da.' Ich erzähle das jetzt mit einem Schmunzeln, aber es war ziemlich unschön von Schalke, das so zu handhaben."

Seine Entlassung sei letztlich "ungerechtfertigt" gewesen, er habe das Gefühl gehabt, Schalke stabilisieren zu können, erklärte Geraerts. "Trotz fehlender Mittel waren alle Werkzeuge dafür vorhanden. Das Team wuchs zusammen, aber nicht jeder im Verein zog am selben Strang. Für einen Trainer und einen Verein ist es dann unmöglich, erfolgreich zu sein."