VfL-Boss verrät Transfer-Pläne - und widerspricht Schalke

Der VfL Bochum will sich im Winter verstärken, um den Abstieg zu verhindern. Obwohl der Kader schon jetzt viel zu groß ist, könnte er zunächst weiter anwachsen. Angebote für eigene Spieler liegen dem Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga laut Geschäftsführer Ilja Kaenzig nämlich nicht vor.
Dem VfL Bochum fällt die eigene Transfer-Strategie vor die Füße, berichtete Kaenzig im Interview mit den Zeitungen der "Funke Mediengruppe".
"Wir sind unserer eigenen Strategie untreu geworden, ohne es zu merken. Wir sind nicht effizient gewesen. Das fängt auf dem Transfermarkt an. Die Spieler, die wir geholt haben, bringen alle große Qualität mit. Aber gute Spieler sind nicht automatisch auch gute Transfers", musste der 51-Jährige bilanzieren.
Transferpläne des VfL Bochum: "Kader wird vielleicht anwachsen"
Längst haben nicht alle Sommer-Neuzugänge überzeugen können. "Bei einigen müssen wir zu lange warten, dass sie uns weiterbringen. Das können wir uns als VfL Bochum nicht erlauben", kritisierte der VfL-Manager. Mit inzwischen 31 Spielern sei zudem der Kader "zu groß geworden, das führt zu Diskussionen und kleineren Konflikten".
Dennoch: Im Januar könnte die Spielerzahl zunächst noch steigen. "Der Kader wird vielleicht erst einmal sogar anwachsen. Konkrete Anfragen für unsere Spieler gibt es noch nicht und noch ist keiner auf uns zugekommen, der den Verein zwingend verlassen will. Wir wollen unseren jungen Talenten nach Möglichkeit Spielpraxis verschaffen", so Kaenzig.
Vor allem in der Offensive will sich das Tabellenschlusslicht verstärken. "Dazu muss ein Neuzugang klar besser sein als unsere aktuellen Spieler auf der entsprechenden Position, betonte Kaenzig.
Aus finanzieller Sicht wäre der ein oder andere Neuzugang wohl durchaus realisierbar, ohne dass Spieler verkauft werden. "Das Problem ist im Winter auch nicht das Geld. Es ist einfach schwierig, Spieler zu bekommen, die die Mannschaft direkt besser machen. Viele gestandene Spieler sehen sich nicht in Bochum", hob Kaenzig hervor.
Kaenzig gegen Vorstoß des FC Schalke 04
Auch zu den Ideen von Revier-Nachbar FC Schalke 04 zur Verteilung des TV-Geldes äußerte sich Bochums Geschäftsführer. Der Zweitligist will höhere Anteile der Einnahmen für Klubs mit großem Zuschauerinteresse. Kaenzig hielt dagegen: "Dann wäre der sportliche Aspekt außen vor. Und das darf nicht passieren."
Der VfL-Boss fügte an: "Was soll denn beispielsweise der SC Freiburg sagen? Es ist ein vergleichsweise kleiner Klub, der aber herausragend arbeitet. Ich kann davor nur warnen, dass wir die Solidargemeinschaft verlassen, dann verlieren am Ende alle."
Schalke 04 wünscht sich schon länger, dass die Strahlkraft von Traditionsklubs mit vielen Fans bei der Geld-Verteilung stärker gewichtet wird. Der neue TV-Vertrag für die Spielzeiten 2025/26 bis 2028/29 hat ein Volumen von 4,484 Milliarden Euro.