Bayern-Legende mit Allianz Arena "nicht warm geworden"

Seit 2005 trägt der FC Bayern seine Heimspiele in der Allianz Arena aus. Seither wurden zahllose Titel in dem Münchner Fußball-Tempel gefeiert. Ein langjähriger Profi des deutschen Rekordmeisters kann mit dem Stadion jedoch bis heute wenig anfangen.
Mehr als 75.000 Zuschauer finden in der Allianz Arena Platz, einzig Borussia Dortmunds Signal Iduna Park ist deutschlandweit noch größer.
In der Endphase seiner aktiven Laufbahn lief auch Mehmet Scholl noch einige Spielzeiten im neuen Wohnzimmer des FC Bayern auf. Zuvor wurden die Partien im altehrwürdigen Münchner Olympiastadion ausgetragen.
So richtig wohl gefühlt hat sich Scholl in der Allianz Arena, die zu den Spielstätten der laufenden Europameisterschaft zählt, allerdings nie.
"In der Allianz Arena habe ich die letzten drei Jahre nur auf der Bank gesessen. Da durfte ich quasi nur ebenerdig sitzen und ein bisschen mitgucken", erinnerte sich der heute 53-Jährige im Gespräch mit der "Bild".
Scholl führte aus: "Warm geworden bin ich mit dem Stadion bis heute noch nicht. Ich gehe da auch nur noch hin unter Androhung von Arbeit."
Er sei nunmal "im Olympiastadion großgeworden", an das er die "schönsten Erinnerungen" habe, erklärte der Europameister von 1996. In der Allianz Arena habe er dagegen "in drei oder vier Jahren nur drei Tore geschossen".
FC Bayern und 1860 München zunächst Co-Nutzer
Der Allianz Arena wird nachgesagt, trotz ihrer Größe nicht unbedingt für die beste Stimmung zu stehen. Rekordnationalspieler Lothar Matthäus macht dafür gleichwohl die Fans des FC Bayern verantwortlich.
In der zumeist ausverkauften Wettkampfstätte des Bundesligisten können bei nationalen Spielen 75.024 Zuschauer mitfiebern, verteilt auf 54.843 Sitzplätze, 18.294 Stehplätze, 1.374 Logenplätze, 2.152 Business Seats sowie 966 Sponsorenränge.
Feierlich eröffnet wurde die Allianz Arena, die insgesamt rund 340 Millionen Euro gekostet hat, am 30. Mai 2005. Bis Mitte 2017 war sie auch Spielstätte von 1860 München. Danach zogen die Löwen ins Grünwalder Stadion um.