Zoff-Potenzial? Bayern-Stars machen sich für Goretzka stark

Die überraschende Ausbootung von Leon Goretzka war rund um das DFB-Pokalspiel des FC Bayern am Freitag in Ulm das Thema Nummer eins. Die Verantwortlichen erklärten mehr oder minder eindeutig, dass nicht mehr mit dem Mittelfeldspieler geplant wird. Thomas Müller und Joshua Kimmich ließen nach dem Spiel erahnen, was sie davon halten.
Die Zeit von Leon Goretzka im Trikot des FC Bayern neigt sich offenbar dem Ende zu. Nachdem der Mittelfeldspieler nicht im Pokal-Kader des Rekordmeisters stand, erklärte Sportvorstand Max Eberl etwas verklausuliert, aber doch deutlich, dass der Klub künftig auf ihn verzichten wird und er in den Planungen von Trainer Vincent Kompany keine Rolle spielt.
"Er hat keine einfache Situation gerade", zeigte Thomas Müller nach dem Sieg gegen Ulm Mitgefühl mit Goretzka, den er als Härtefall im Kader des FC Bayern bezeichnete. Goretzka lasse sich nicht hängen und trainiere "wirklich exzellent", versicherte Müller anschließend und sagte: "Leon ist einer von uns."
Kimmich spielt beim FC Bayern gerne mit Goretzka
Auch Joshua Kimmich erklärte, dass Goretzka zumindest bei ihm ein deutlich höheres Standing besitzt als bei den Verantwortlichen.
"Am Ende ist das nicht meine Entscheidung. Aus Spielersicht mag ich es sehr gerne, mit Leon auf dem Platz zu stehen. Es tut mir für ihn ein bisschen leid", meinte Kimmich vielsagend. Letztlich sei er aber nicht der, der die Entscheidungen treffe. "Das ist eine Entscheidung des Trainers und des Vereins. Und ich weiß nicht, welche Gespräche es da gibt", ergänzte der Nationalspieler.
Bayern-Bosse reden Klartext
So sehr sich seine Mitspieler für ihn stark machten, so eindeutig positionierten sich die Verantwortlichen in der Angelegenheit vor dem Spiel. Sportchef Christoph Freund etwa sagte über die Konkurrenzsituation im Mittelfeld: "Wir sind da sehr gut aufgestellt, das weiß der Leon auch und deshalb ist die Situation aktuell so."
Angebote gebe es noch keine für Goretzka, "aber natürlich gibt es interessierte Vereine, weil Leon einfach ein sehr, sehr guter Spieler ist", sagte Freund.
Auch Eberl ließ mit seinen Aussagen kaum Interpretationsspielraum. "Wir haben einfach einen sehr, sehr guten Kader. Die Spieler wissen, dass ihre Situation schwierig sein kann", erklärte er mit Blick auf Goretzkas Ausbootung.
Kompany drückte sich derweil um eine klare Aussage und meinte auf der Pressekonferenz nach dem Spiel: "Als Klub wollen wir unseren Spielern gegenüber klar sein. Das machen wir intern innerhalb der Familie. Wir müssen nicht öffentlich darüber sprechen."