Was will der BVB mit EM-Fahrer Pascal Groß?

Borussia Dortmund wird intensiv mit EM-Fahrer Pascal Groß in Verbindung gebracht. Wie ist der Stand in den Verhandlungen und wie teuer wäre der 33 Jahre alte Mittelfeldroutinier von Brighton & Hove Albion für den BVB? Was versprechen sich die Schwarz-Gelben von Groß, der hierzulande lange Jahre unter dem Radar flog? Welche Auswirkungen hätte ein Transfer auf das vorhandene BVB-Personal? sport.de beantwortet die wichtigsten Fragen zu der spannenden Personalie.
Wie ist der Stand im Transfer-Poker? Wie teuer wäre Pascal Groß für den BVB?
Der Deal soll angeblich kurz vor der Vollendung stehen. In den Verhandlungen zwischen dem BVB und der Groß-Seite gehe es laut "Sky" lediglich noch um die Frage, ob der Profi einen Vertrag bis 2026 mit einer Option auf ein weiteres Jahr oder direkt einen Kontrakt bis 2027 unterschreibt.
Für Groß wäre es angesichts seines fortgeschrittenen Fußballeralters der letzte große Vertrag der Karriere. Entsprechend dürfte er daran interessiert sein, beim BVB noch einmal gutes Geld zu verdienen. Das scheint gegeben: Sechs bis sieben Millionen pro Jahr stehen Medienberichten zufolge im Raum.
Auf den BVB kommen allerdings noch weitere Ausgaben zu. Groß' Vertrag bei Brighton ist noch bis 2025 datiert. Es wird also eine Ablöse fällig. Diese werde sich letztlich auf sieben bis zehn Millionen Euro belaufen, heißt es. Das finanzielle Gesamtvolumen des Transfers lässt sich also womöglich auf rund 30 Millionen Euro taxieren.
"Sky" zufolge laufen inzwischen auch Gespräche zwischen dem BVB und Brighton in der Angelegenheit. Mit einer Vollzugmeldung ist sicherlich aber erst nach der EM zu rechnen.
Was verspricht sich der BVB von Pascal Groß?
Hierzulande lief der 33-Jährige lange Zeit komplett unter dem Radar. Dabei verdient Groß inzwischen seit sieben Jahren seine Brötchen in der Premier League, der wohl besten Liga der Welt - und das mit durchaus beeindruckendem Ertrag.
Das beweist der Blick in die Statistik: 228 Einsätze stehen für Groß in Englands Eliteklasse zu Buche, nur Dietmar Hamann (268) und Robert Huth (322) haben aus deutscher Sicht mehr.
Im Assist-Ranking der deutschen Premier-League-Legionäre rangiert Groß mit 45 Vorlagen sogar auf Rang zwei, hinter Mesut Özil (54).
In Brighton ist Groß, Spitzname "der Kaiser", längst eine Vereinslegende. 261 Pflichtspiele für die Seagulls stehen in seiner Vita.
Groß zeichnet unter anderem seine Flexibilität aus. Bis auf Torwart hat er in seiner Profi-Karriere schon nahezu jede Position einmal bekleidet. Seine bevorzugte Rolle im zentralen Mittelfeld kann der frühere Ingolstädter je nach taktischer Ausrichtung offensiver oder defensiver interpretieren. Er ist zudem ein Spieler, der seine Nebenleute glänzen lässt.
Menschlich dürfte Groß gut zum BVB und ins Ruhrgebiet passen. Star-Allüren sind ihm fremd. Von sozialen Netzwerken wie Instagram hält sich der gebürtige Mannheimer bewusst fern. "Man hat es im Leben ohnehin mit so vielen Aufs und Abs zu tun, da sind mir die zusätzlichen Achterbahnkurven bei Social Media zu steil und zu tief", erklärte er seinen Verzicht auf diese Nebenschauplätze.
Welche Auswirkungen hätte ein Transfer auf das vorhandene BVB-Personal?
Mit der Verpflichtung von Groß würde der Konkurrenzkampf in der Mittelfeldzentrale des BVB deutlich verschärft.
Für Salih Özcan, der ohnehin als möglicher Wechselkandidat gilt, würde die Luft wohl dünn werden. Der Ex-Kölner konnte in seinen zwei Jahren in Dortmund noch nicht nachweisen, höchsten Ansprüchen gerecht werden zu können. Özcan wird unter anderem bei den Istanbuler Großklubs Besiktas und Galatasaray gehandelt.
Auch für Kapitän Emre Can hätte ein möglicher Groß-Deal Folgen. Der 30-Jährige war zuletzt vor der Abwehr trotz nicht immer überzeugender Leistungen gesetzt. Es gab einfach keinen adäquaten Ersatz für Can. Diesen Status könnte er nun einbüßen.
Sollte BVB-Coach Nuri Sahin Groß eher in einer offensiveren Rolle sehen, würde dies neue Konkurrenz für Marcel Sabitzer, Felix Nmecha und Julian Brandt bedeuten.
Tobias Knoop