21.08.2024 07:54 Uhr

Auch der FC Bayern sorgt für Unruhe

Xabi Alonso (l.) hat noch einige Probleme zu lösen, damit es für Bayer Leverkusen ähnlich gut wie im Vorjahr laufen kann
Xabi Alonso (l.) hat noch einige Probleme zu lösen, damit es für Bayer Leverkusen ähnlich gut wie im Vorjahr laufen kann

Mit dem Double hat Bayer Leverkusen in der vergangenen Saison die historische Trophäenausbeute mal eben verdoppelt. Dennoch gibt es vor dem Start in die neue Bundesliga-Saison noch die eine oder andere Baustelle. Das hat auch mit dem FC Bayern zu tun.

Im Gegensatz zu vielen Unkenrufen, scheinen Leverkusens Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes und Co. den Meisterkader der Werkself zusammenhalten zu können. Ein Erfolg, wie der Start in die Saison mit dem ersten Titelgewinn und 2023/24 liebgewonnenen Bayer-Tugenden zeigt: Im Supercup setzte man sich dank eines späten Ausgleichs letztlich im Elfmeterschießen gegen den VfB Stuttgart durch. Sportlich gesehen sicher eine überschaubar wertvolle Trophäe, aber auch ein Fingerzeig in Richtung der Konkurrenz. 

In Sicherheit wiegen sollte man sich in Leverkusen aber noch nicht. Denn einige Fragen sind noch zu klären:

Wechselt Tah zum FC Bayern oder bleibt er in Leverkusen?

Der Transfer-Poker um Abwehr-Chef Jonathan Tah zieht sich wie Kaugummi. Und das setzt die Verantwortlichen in Leverkusen unter Druck. Denn eigentlich wollte man Tah seinen Wechselwunsch erfüllen und damit zeitgleich noch Geld in die Kassen spülen.

Die Bayern versuchen, die Ablösesumme für den möglichen Tah-Wechsel deutlich zu drücken und spielen sogar mit dem Gedanken, den Transfer komplett abzublasen, wie zuletzt der "kicker" berichtete. Bleibt Tah bei der Werkself, müsste man mit seiner Enttäuschung über den ausgebliebenen Wechsel klarkommen.

Geht Tah so kurz vor Ende der Transferperiode, bleibt Leverkusen nur wenig Zeit, um noch auf den Weggang zu reagieren. Für diesen Fall wurden zuletzt Joel Matip und Sepp van den Berg vom FC Liverpool gehandelt, um die entstehende Lücke zu füllen.

Es gibt aber auch prominente Vertreter, die sich dafür aussprechen, dass Tah bleibt - allen voran Meister-Trainer Alonso. "Er ist in meinem Plan. Jonathan ist sehr wichtig für uns", sagte der Spanier vor dem Supercup gegen den VfB Stuttgart.

Dass die Personalie die Gemüter bei der Werkself erhitzt, bewies nicht zuletzt der Wutausbruch von Bayer-Boss Fernando Carro, der vor eigenen Fans posaunte, er halte von Bayern-Manager Max Eberl "nichts, gar nichts". Ausschlaggebend für den Ausbruch soll der Poker um Tah gewesen sein.

Konkurrenzkampf im Mittelfeld-Zentrum von Bayer Leverkusen

Mit Granit Xhaka, Exequiel Palacios, Robert Andrich und dem neu-verpflichteten Aleix Garcia hat Leverkusen gleich vier Spieler von internationalem Format für nur zwei Positionen. Was durch die zusätzlichen Spiele aufgrund des neuen Champions-League-Formats bei der Belastungssteuerung hilfreich ist, kann gleichzeitig für innere Unruhe sorgen.

Immerhin haben alle vier Genannten den Anspruch, regelmäßig eingesetzt zu werden. Hier sind vor allem Xabi Alonsos menschliche Fähigkeiten gefragt, um den Frieden im Team aufrechtzuerhalten.

Eine mögliche Lösung für das Problem probierte Alonso schon im Supercup aus, als er Andrich in einer Dreierkette auflaufen ließ. Und falls der oben erwähnte Tah wechselt, wäre dort er ein Platz frei.

Erhöhter Druck auf Bayer Leverkusen durch Erfolge der Vorsaison

Die Meisterschaft, der DFB-Pokal und vor allem die schier unfassbar vielen Last-Minute-Tore - zuletzt auch im Supercup gegen den VfB Stuttgart - sorgen für eine große Zielscheibe auf dem Rücken der Leverkusener.

War man in der letzten Saison noch vielerorts froh, dass jemand den FC Bayern von Platz eins verdrängen konnte, will jetzt jedes Team die Mannschaft sein, die die Werkself ins Straucheln bringt. Für Leverkusen erhöht sich der Druck also. Und die Bayern haben in der Vergangenheit wiederholt bewiesen, dass sie nach für sie enttäuschenden Saison eindrucksvoll zurückschlagen können. So etwa mit dem Triple 2012/13 nachdem zuvor Borussia Dortmund zwei mal Meister wurde.

Darauf setzt auch Bayern-Boss Uli Hoeneß, der mit breiter Brust auf die neue Spielzeit vorausblickt: "Ich bin sehr, sehr zuversichtlich, dass wir im nächsten Jahr wieder oben stehen. Leverkusen wird auch eine sehr starke Mannschaft haben. Aber der FC Bayern hat schon gut aufgerüstet."