Freund öffnet Transfer-Hintertür beim FC Bayern

Der Transfersommer des FC Bayern war bislang alles andere als ereignislos, für rund 140 Millionen Euro schlugen neue Stars an der Säbener Straße auf, etwa 70 Millionen Euro soll man für Abgänge eingenommen haben. Zumindest auf Zugangsseite schienen die Planungen damit eigentlich ad acta gelegt - Sportdirektor Christoph Freund wollte einen weiteren Kauf auf der Zielgeraden des Transferfensters allerdings nicht gänzlich ausschließen.
Am 30. August um 20 Uhr müssen die Würfel endgültig gefallen sein. Dann schließt in den meisten Ligen das Transferfenster, auch den Bundesligisten um den FC Bayern und Co. ist es dann nur noch möglich, vereinslose Spieler unter Vertrag zu nehmen.
Beim FC Bayern geht man angesichts des bisherigen Verlaufs des Sommer gelassen in den Zielspurt, schließt einen Last-Minute-Deal allerdings nicht kategorisch aus. Das gab Sportdirektor Christoph Freund am Sonntag bekannt.
"Wir haben schon gesagt, dass wir sehr zufrieden sind mit dem Kader. Aber wir haben jetzt zwei Verletzte. Das müssen wir registrieren und das haben wir auch registriert. Viel darf hinten nicht mehr passieren", erklärte Freund nach dem 3:2-Erfolg gegen den VfL Wolfsburg. "Es ist nicht unser Plan, aber das Transferfenster ist noch fünf Tage offen", schließt der 47-Jährige nicht völlig aus, dass man zu einer weiteren Reaktion gezwungen sein könnte.
Wagt der FC Bayern doch noch einen Vorstoß bei Tah?
Ausschlaggebend sind wohl die Verletzungen der beiden Defensivakteure Josip Stanisic (außenbandriss im Knie) und Hiroko Ito (Mittelfußbruch).
Innenverteidiger Min-jae Kim leistete sich zudem am Sonntag in Wolfsburg einen schweren Fehler, der zum zwischenzeitlichen 1:2-Rückstand führte. Sein Nebenmann Dayot Upamecano blieb in seiner Zeit in München bislang ohnehin den Beweis schuldig, dass er ohne größere Aussetzer durchs Jahr kommt.
Lange galt DFB-Verteidiger Jonathan Tah von Bayer Leverkusen als absoluter Wunschkandidat des deutschen Rekordmeisters. Obwohl Tah auf einen Wechsel in die bayerische Landeshauptstadt gedrängt haben soll, konnte man sich aber wohl nicht mit der Werkself auf eine Ablöse einigen.
Zuletzt hieß es, der Deal sei endgültig zu den Akten gelegt, Freunds Worte ebnen zumindest den Weg für leichte Zweifel.