René Adler nennt "die beste Nummer 2 der Welt"

Der frühere Bundesliga-Keeper René Adler hat sich zur Torhüter-Debatte in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft geäußert, die nach der Verletzung von Marc-André ter Stegen derzeit intensiv geführt wird, und Bundestrainer Julian Nagelsmann "die beste Nummer 2 der Welt" empfohlen.
Am 3. Oktober nominiert Julian Nagelsmann den DFB-Kader für die anstehenden Spiele in der Nations League gegen Bosnien-Herzegowina (11. Oktober) und gegen die Niederlande (14. Oktober). Die große Frage: Wie ersetzt der Bundestrainer den schwer verletzten Marc-André ter Stegen und wer bekommt möglicherweise hinter dem neuen Stammkeeper eine Chance? Geht es nach dem ehemaligen Nationalkeeper René Adler, dann sollte Nagelsmann "unkonventionelle Entscheidungen" treffen.
Für Adler jedenfalls steht fest, egal wer es wird. "Über allem sollte bei jedem das Leistungsprinzip stehen. Zudem sollten aber auch andere Parameter wie Persönlichkeit, Stellenwert in der Mannschaft und Erfahrung in eine finale Bewertung einfließen", sagte der 39-Jährige im "kicker".
Ob ter Stegen nach seiner Rückkehr also wieder Stammtorwart wird, ist für Adler offen. "Wenn es ein anderer in seiner Abwesenheit tatsächlich besser macht, muss ter Stegen nicht direkt automatisch wieder die Nummer 1 werden", sagte Adler. Aber: "Es gibt auch heute noch keinen Grund, sich auf die Nummer 1 bei der WM festzulegen. Es ist noch so lange bis dahin, da sollte man sich alle Optionen bis zum Schluss offenhalten, weil immer Unerwartetes passieren kann."
Als mögliche Nachfolger für den anstehenden Länderspiel-Doppelpack nannte Adler die üblichen Verdächtigen: Oliver Baumann und Alexander Nübel. Auch bei Bernd Leno und Kevin Trapp hätte er "keine Bauchschmerzen".
Adler erwartet "Grundsatzentscheidung" im DFB-Team
"Wir haben genug gute Torhüter, um mit ihnen die Nations League, die WM-Qualifikation, vielleicht sogar die WM zu bestreiten", sagte Adler und setzte hinzu: "Was ich mir generell wünsche, egal wer spielt: Derjenige sollte die Chance nutzen und sich selbst nicht als Übergangslösung verstehen. Er sollte sich zum Ziel setzen, so gut zu performen, dass man künftig nicht mehr an ihm vorbeikommt."
Sollte Nagelsmann am Ende gar auf eine überraschende Lösung setzen wollen, wie beispielweise auf Stefan Ortega Moreno, der bei Manchester City eigentlich nur Nummer zwei ist, in der Vergangenheit aber mehrfach unter dem größten Druck überzeugte, dann wäre das ganz nach dem Geschmack von Adler.
Auf Ortega angesprochen, sagte der frühere Schlussmann: "Ich bin da etwas befangen, daraus mache ich kein Hehl: Er gehört ja zu denen, die Torwarthandschuhe von meiner Firma tragen." Er habe jedoch "den maximalen Respekt" vor Ortega.

"Da sind wir wieder beim Thema der Grundsatzentscheidung: Wenn man vom Zweitliga-Keeper (Jonas) Urbig (1. FC Köln/d.Red.), wenn man vom Ersatztorwart Ortega Moreno überzeugt ist, dann muss man alles ausblenden und unkonventionelle Entscheidungen treffen", riet Adler dem Bundestrainer.
"Und gerade mit Blick aufs Turnier wäre es sicher kein Fehler, die derzeit beste Nummer 2 der Welt, Ortega Moreno, im Kader zu haben. Und wenn er dann besser ist: Warum soll er nicht spielen?", gab der 39-Jährige eine eindeutige Empfehlung für den früheren Bielefelder ab.