Niclas Füllkrug zieht drastisches Zwischenfazit

Früher war alles besser: An diese Redewendung wird wohl auch Niclas Füllkrug dieser Tage denken, wenn er auf seine bisherige Bilanz bei West Ham United blickt. Seit seinem Wechsel vom BVB in die Premier League kam der frühere Werder-Angreifer noch nicht wirklich in Schwung. Füllkrug selbst zog sogar ein recht drastisches Zwischenfazit.
Sechs Spiele, nur 182 Minuten und lediglich ein Tor stehen gut vier Monate nach dem Abschied des Stürmers von Borussia Dortmund in Richtung West Ham United bislang in der Premier-League-Bilanz von Niclas Füllkrug. Zu wenig für die Ansprüche des deutschen Nationalspielers, der sich allerdings lange mit Achillessehnenproblemen herumplagte.
"Ich war drei Monate verletzt und bin noch nicht einmal auf meine Top-Performance gekommen, weil ich auch erst seit eineinhalb Wochen im Training bin", ärgerte sich Füllkrug im Rückblick auf seine bisherige Zeit in England im Podcast "Copa TS", aus dem "Bild" zitiert. "Es wirkte dann so, dass ich relativ schnell wieder auf einem guten Level bin, weil ich reingekommen bin und das Tor gemacht habe", fügte er an.
Die Achillessehne machte ihm aber immer wieder zu schaffen. "Sie war entzündet und das war total nervig. Ich hatte sowas schonmal, hat sechs Wochen gedauert, jetzt hat es ein bisschen länger gedauert und diese Phase ist katastrophal", zog er Bilanz. Er habe einfach nur spielen wollen, aber dann habe es immer wieder Rückschläge gegeben.
Füllkrug gibt "gewisses Risiko" zu
Den Transfers vom Champions-League-Teilnehmer aus Dortmund rüber zum Premier-League-Klub aus London, der nicht auf der europäischen Bühne vertreten ist, bezeichnete Füllkrug als "riskanten Schritt", er habe "sehr intensive Gespräche geführt", bevor er sich dann doch für den Wechsel entschloss, der dem BVB eine kolportierte Ablöse von 27 Millionen Euro einbrachte.
"Ich wusste, ich gehe einen Schritt tiefer und ein gewisses Risiko ein, dass ich nächstes Jahr nicht international spiele, vielleicht in dem darauffolgenden Jahr auch nicht", sagte er. Umso mehr habe er viel mit West-Ham-Coach Julen Lopetegui kommuniziert und auch mit Tim Steidten, dem Technischen Direktor des Klubs.
Über diesen landete Füllkrug überhaupt erst bei West Ham, denn Steidten und der Stürmer kannten sich aus gemeinsamen Zeit bei Werder Bremen. "Dadurch ist der Kontakt dann auch so intensiv zu Stande gekommen ist. Natürlich hatten wir ganz andere Ziele. Es lief auch für mich maximal beschissen, mal ganz deutlich ausgedrückt", wählte Füllkrug drastische Worte für sein Zwischenfazit.
Zuletzt gab es Gerüchte um eine Blitzflucht im Winter. Wahrscheinlicher ist aber, dass der Angreifer, der in London einen Vertrag bis Sommer 2028 unterschrieben hat, sich nach Erlangung voller Fitness bei West Ham durchbeißen will.