16.08.2024 19:06 Uhr

Verzwickter Transfer-Sommer überschattet Bayern-Neuanfang

Wie schneidet der FC Bayern in der neuen Saison ab?
Wie schneidet der FC Bayern in der neuen Saison ab?

Nach der verkorksten Saison ohne Titel will der FC Bayern wieder vorne angreifen. Um wieder zu alter Stärke zu finden, wurde nicht nur der Trainer ausgetauscht. Auch am Kader wurden einige Veränderungen vollzogen. Beendet sind die Pläne allerdings noch nicht. Der FC Bayern im sport.de-Check:

  • Kompany sorgt für frischen Wind beim FC Bayern

Mit der Entscheidung für Vincent Kompany als Nachfolger von Thomas Tuchel sind die Bosse des FC Bayern ein durchaus großes Risiko eingegangen. Mit dem FC Burnley war der Belgier schließlich zuletzt aus der Premier League abgestiegen.

Nach den ersten Wochen als neuer Cheftrainer an der Säbener Straße hat Kompany aber einen äußert positiven Eindruck hinterlassen. "Ich liebe diese Energie, die er mitbringt", schwärmte zum Beispiel Harry Kane. Thomas Müller sagte im "kicker": "Es wirkt aktuell so, als hätte alles Hand und Fuß." Sportdirektor Christoph Freund sprach von einem "positiven Spirit".

Beim deutschen Rekordmeister hat Kompany im Eiltempo einen neuen Fußball-Stil mit extrem hohem und aggressivem Pressing eingeführt. Die Ballgewinne sollen über blitzschnelles Umschalten und Kombinieren zu Torchancen und Toren führen. 

"Er will eine unheimlich hohe Laufbereitschaft, hohe Energie, hohe Intensität auf dem Platz haben", betonte Sportvorstand Max Eberl.

Der Königsweg lautet dabei, Gutes beizubehalten - und mit Neuem wieder titelfähig zu werden.

Zweifel an Kompany äußerte zuletzt aber Dietmar Hamann. "Freundlich zu sein ist kein Kriterium, um Bayern-Trainer zu sein", urteilte der Ex-Profi bei "Sky" und deutete an, dass der Coach beim FC Bayern unter Dauerdruck steht: "Sie werden von Tag Eins zum Siegen verdammt sein."

  • Verzwickter Transfer-Sommer für den FC Bayern

Um dieses Ziel zu erreichen, hat sich der FC Bayern kostenintensiv verstärkt. Für Michael Olise (kam für 53 Millionen Euro von Crystal Palace), Joao Palhinha (kam für 51 Millionen Euro vom FC Fulham) und Hiroki Ito (kam für 23,5 Millionen Euro vom VfB Stuttgart) gaben die Münchner mehr als 127 Millionen Euro aus.

Einnahmen wurden durch die Verkäufe von Matthijs de Ligt (45 Millionen Euro) und Noussair Mazraoui (15 Millionen Euro) zu Manchester United sowie von Malik Tillman (zwölf Millionen Euro) zur PSV Eindhoven generiert.

Doch die Transferplanungen des FC Bayern sind noch längst nicht abgeschlossen.

Spätestens seit der Ansage von Ehrenpräsident Uli Hoeneß, der Klub müsse zunächst Spieler verkaufen, um weitere Neuzugänge vorzustellen, sind die Transferaktivitäten das bestimmende Thema in München.

Als Verkaufskandidaten gelten Leon Goretzka, Kingsley Coman oder Alphonso Davies.

Der Transfer von Bayer Leverkusens Jonathan Tah gestaltet sich dagegen trotz des Verkaufs von de Ligt schwer, da der FC Bayern nicht bereit ist, die geforderten 30 Millionen Euro zu zahlen.

Bis zum 31. August haben die Verantwortlichen noch Zeit, dem Kader einen Feinschliff zu verpassen.

Absagen handelte sich der Drittplatzierte der vergangenen Bundesliga-Saison bereits von Xavi Simons und Désiré Doué ein.

  • Vorbereitung des FC Bayern läuft nach Plan

Aus rein sportlicher Sicht verlief die Vorbereitung des FC Bayern dagegen ruhig. 

In fünf Testspielen gingen die Münchner kein einziges Mal als Verlierer vom Platz. Nach einem 14:1-Kantersieg gegen die Kreisklassenmannschaft FC Rottach-Egern folgte ein etwas blamables 1:1 gegen den Regionalligisten FC Düren.

Mit zwei Siegen gegen Tottenham Hotspur (2:1; 3:2) fand der FC Bayern aber schnell wieder in die Spur. Der 3:0-Erfolg gegen WSG Tirol rundete die gelungene Vorbereitung ab.

In den Spielen wurde aber auch deutlich, dass beim FC Bayern großes Gerangel um die Startelfplätze herrscht.

Im defensiven Mittelfeld kämpfen etwa Joshua Kimmich, Aleksandar Pavlovic, Joao Palhinha, Leon Goretzka und Konrad Laimer um Startelfeinsätze. In beiden Spielen gegen Tottenham schenkte Trainer Kompany Kimmich und Pavlovic das Vertrauen. Das Duo gab dieses mit starken Leistungen zurück. Gegen Tirol aber überragte Palhinha mit einem Treffer.

Auch auf den offensiven Außenbahnen ist der Konkurrenzkampf mit Mathys Tel, Serge Gnabry, Leroy Sané, Kingsley Coman und Michael Olise groß. Wann der Neuzugang eine Option sein wird, ist noch offen. Der Franzose war nach dem Gewinn der Silbermedaille bei den Olympischen Spielern erst kürzlich ins Bayern-Training eingestiegen.

  • Das Startprogramm des FC Bayern

Die erste Bewährungsprobe wartet am Freitag auf den FC Bayern. In der ersten Runde des DFB-Pokals geht es zum Zweitliga-Aufsteiger SSV Ulm.

Die Münchner sollten gewarnt sein: Ein frühes Ausscheiden wie im vergangenen Jahr in der zweiten Runde gegen den 1. FC Saarbrücken würde nicht nur einen sportlichen Rückschlag bedeuten, sondern auch direkt für Unruhe sorgen.

In der Bundesliga geht es mit einem Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg (25. August) los. Den Heim-Auftakt bestreiten die Bayern gegen den SC Freiburg (01. September). Vor dem Start in die Champions League am 17. bis 19. September müssen die Münchner noch auswärts bei Aufsteiger Holstein Kiel (14. September) ran.