Oliver Kahn äußert sich zu Skandalspiel

Er selbst wurde unter anderem in seiner Zeit beim FC Bayern von einem Golfball am Kopf getroffen, nun hat Oliver Kahn auf die Skandalszene des Bundesliga-Wochenendes beim Spiel zwischen Union Berlin und dem VfL Bochum geblickt. Dort war VfL-Keeper Patrick Drewes von einem Feuerzeug erwischt worden. Drewes' Vorgehen schmeckte Kahn eher weniger.
Während der VfL Bochum sich gegen Schauspielerei-Vorwürfe nach dem Feuerzeug-Wurf von Berlin wehrt, hat sich Oliver Kahn zu der Skandalszene des 14. Bundesliga-Spieltages geäußert.
"Ich hätte es besser gefunden, wenn der Torwart versucht hätte, weiterzuspielen. Und sich erst dann hätte auswechseln lassen, wenn es nicht mehr gegangen wäre", sagte er bei "Bild" über Bochum-Keeper Patrick Drewes.
Dieser war in die Katakomben gegangen und hatte über Kopfschmerzen und Übelkeit geklagt - anders als Kahn, der im Jahr 2000 beim Gastspiel der Münchner beim SC Freiburg weiterspielte, nachdem ihn ein Golfball am Kopf getroffen hatte.
"In Freiburg schüttete mein Körper so viel Adrenalin aus, dass ich zunächst gar keine Schmerzen gespürt habe. Der Treffer hätte auch lebensgefährlich sein können", blickte Kahn zurück und nannte weitere und ähnliche Vorfälle: "Sepp Maier ist in Essen mit einem Messer beworfen worden, das ihn knapp verfehlte. In Mailand landete nur einen Meter neben mir eine volle Ein-Liter-Glasflasche. Da wird Fußball zum Risiko-Sport."
In Berlin spielten beide Mannschaften die Partie am Samstagnachmittag nach einer längeren Unterbrechung - und mit einer Protestnote der Bochumer - noch zu Ende, griffen sich aber nicht mehr an. Für den verletzten Drewes rückte Angreifer Philipp Hofmann ins Tor. Die Partie endete 1:1.
"Ich bin kein Jurist. Prinzipiell finde ich es schade, wenn Spiele nicht auf dem Platz entschieden werden", sagte Kahn zum Ausgang, der sich möglicherweise noch ändern könnte, je nachdem, wie der DFB entscheidet.
Drewes wurde derweil nach dem Spiel in ein Berliner Krankenhaus gebracht, weil er über Unwohlsein klagte, konnte aber noch am Abend entlassen werden.
VfL Bochum ärgert sich über Schauspielerei-Vorwürfe
Bochum-Geschäftsführer Ilja Kaenzig nahm gleichzeitig Vorwürfe gegen den Keeper wahr. "Die Stimmung war aufgeheizt. Es gab hässliche Kommentare nicht nur auf den Tribünen, sondern auch in den Katakomben, wo Schauspielerei vorgeworfen wurde", sagte der 51-Jährige bei "Bild TV". "Da wird eine Täter-Opfer-Umkehr gemacht."
Wer genau diese Vorwürfe erhob, sagte Kaenzig nicht. Er sprach von "Anwesenden in diesem Bereich." Kaenzig weiter: "Aus unserer Sicht kann es nicht sein, dass ein Spieler von uns getroffen wird und sich dann noch rechtfertigen muss, dass er nicht schwerer verletzt wurde", sagte der Geschäftsführer. Zu Beginn der Woche will der VfL offiziell Protest gegen die Spielwertung einlegen.