Kehl verspricht "emotionalen und heißblütigen" BVB-Coach

Mit einem neuen Trainer an der Seitenlinie startet der kriselnde Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund am kommenden Samstag (ab 15:30 Uhr) in das wichtige Heimspiel gegen Werder Bremen. Mike Tullberg folgte in dieser Woche auf Nuri Sahin und soll dem BVB zumindest übergangsweise wieder neuen Schwung verleihen.
Der 39-Jährige arbeitet bereits seit 2019 für Borussia Dortmund, war in den letzten Jahren zunächst als U23- und anschließend als U19-Cheftrainer tätig.
BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl führte nun noch einmal aus, was ihn zu der Entscheidung bewogen habe, Mike Tullberg als Interimstrainer zu den Profis zu befördern.
"Über Mike sind schon viele Geschichten in diesem Klub geschrieben worden. Er ist unglaublich committet, hat einige Stationen in diesem Klub durchlebt und brennt für diese Aufgabe. Er wird für diese Aufgabe alles geben und für den Klub alles tun", meinte Kehl gegenüber Vereinsmedien über den Übungsleiter, der mit dem BVB im Jahr 2022 Deutscher A-Jugend-Meister geworden war.
Vor allem hinsichtlich der psychologischen Komponente verspricht sich Kehl schon kurzfristig einen Mehrwert von Tullberg auf der Trainerbank der Schwarz-Gelben: "Er ist ein sehr emotionaler und heißblütiger Mensch, der den Fußball lebt und alles dafür tun wird, dass wir am Wochenende auch erfolgreich sein werden."
Tullberg wurde direkt nach der bitteren 1:2-Niederlage der Dortmunder beim FC Bologna in der Nacht zu Mittwoch noch kontaktiert, übernahm tags drauf vom gescheiterten Nuri Sahin als Cheftrainer.
"Stilvolle Trennung" von BVB-Cheftrainer Nuri Sahin
Über die Trennung von seinem einstigen Mannschaftskollegen Sahin führte Kehl noch aus: "Natürlich war er traurig und enttäuscht, aber er war auch klar und hat großes Verständnis für die Situation gezeigt und es professionell aufgenommen. Am Ende war ihm die Lage bewusst, ihm liegt der Klub am Herzen. [...] Am Ende weiß er, dass er als Cheftrainer mit seinem Trainerteam die Verantwortung trägt.
Die Entscheidungsfindung noch im Mannschaftshotel in der Nacht zu Mittwoch sei nach Ansicht Kehls "sehr stilvoll" abgelaufen.
"Man hat gemerkt, dass er emotional berührt war, aber dass er natürlich auch lange genug dabei ist, um diese Situation nachzuvollziehen. Aus der Mannschaft gab es eine richtig gute Reaktion. Die Jungs wissen, in welcher Situation wir jetzt sind und dass sie natürlich auch in der Verantwortung stehen", führte Kehl zur Trennung von Sahin weiter aus, der lediglich sieben Monate im Amt gewesen war.
Das Heimspiel gegen Werder Bremen sei ein besonders richtungweisendes für die Dortmunder, wie der BVB-Sportdirektor unumwunden zugab. Im Falle einer Niederlage droht der weitere Absturz auf Tabellenplatz elf: "Wir brauchen unbedingt Siege, an dieser Situation hat sich auch nichts geändert", meinte Kehl auf dem YouTube-Channel des Vereins.