26.01.2025 19:23 Uhr

St. Pauli mit Ausrufezeichen im Kellerduell gegen Union

Der FC St. Pauli setzte sich gegen Union Berlin durch
Der FC St. Pauli setzte sich gegen Union Berlin durch

Kiezklub im Aufwind, empfindlicher Rückschlag für die "Eisernen": Der FC St. Pauli baut sich mit immer größerer Konstanz ein wertvolles Polster auf die Abstiegszone auf.

Hamburg (SID) Alexander Blessin zog seinen Matchwinner an sich und ließ ihn nur ungern wieder los. Sekundenlang drückte der Trainer des FC St. Pauli Morgan Guilavogui - vor allem dank ihres Doppeltorschützen haben die Hamburger ihr kostbares Polster nach unten beim 3:0 (1:0) gegen Union Berlin weiter aufgestockt. Beruhigende acht Punkte liegt St. Pauli in der Fußball-Bundesliga nun vor dem ersten direkten Abstiegsplatz.

Guilavogui war vor 29.546 Zuschauern der entscheidende Mann. Erst traf der Stürmer mit einem wuchtigen Rechtsschuss zur Führung (31.). Nach der Halbzeitpause legte er auf Vorlage von Johannes Eggestein nach (51.) - Union-Keeper Alexander Schwolow sah dabei nicht glücklich aus. Auch Joker Danel Sinani (90.+3) traf noch, das ausverkaufte Millerntorstadion wurde zum Tollhaus.

Die Berliner von Trainer Steffen Baumgart müssen weiterhin besorgt nach unten schauen und stellten mit der sechsten Auswärtsniederlage in Folge ihren Negativrekord in der Bundesliga ein. "Wir sind extrem frustriert und brutal enttäuscht", sagte Defensivspieler Aljosha Kemlein bei "DAZN", "das ist wirklich schwer zu akzeptieren." Für den Hamburg-Rückkehrer Baumgart war es im vierten Spiel auf der Bank der Berliner die dritte Niederlage - der Klassenerhalt dürfte so noch zum harten Stück Arbeit werden.

Für ein Spektakel zum Abschluss des 19. Spieltags sprach vor dem Anpfiff wenig. St. Pauli und Union hatten sich im bisherigen Saisonverlauf kaum als Torfabriken herausgestellt und zählen offensiv zu den schwächsten Teams der Liga. St. Pauli startete in dem festen Vorhaben, erstmals in dieser Saison den zweiten Erfolg nacheinander einzufahren.

Baumgart, der die Saison als Trainer beim HSV begonnen hatte und entsprechend "herzlich" begrüßt wurde, sah angetrieben vom emsigen Benedict Hollerbach aber einen schwungvollen Beginn seiner Mannschaft - diese wollte nach ihrem 2:1-Erfolg gegen Mainz nachlegen.

Doch die ersten Offensivbemühungen verpufften und die Hausherren erarbeiteten sich immer größere Vorteile. Nach erster Aufregung um einen zurückgepfiffenen Lattentreffer von Guilavogui (27.) prüfte St. Paulis Kapitän Jackson Irvine per Rechtsschuss Schwolow. Dann verlor Union-Mittelfeldspieler Aljoscha Kemlein, der in der Vorsaison an die Braun-Weißen ausgeliehen war, in der Vorwärtsbewegung den Ball und St. Pauli spielte die Führung gekonnt heraus.

Nach dem Seitenwechsel und einem Doppelwechsel von Baumgart kam auch Union zu Chancen, blieb aber zunächst zu harmlos. Jordan Siebatcheu ließ sich in aussichtsreicher Position noch abblocken (49.), Hollerbach zielte zu hoch (58.). St. Pauli blieb das konsequentere Team, kam durch Noah Weißhaupt noch zu einem Pfostentreffer (67.) - und fuhr einen ungefährdeten Sieg ein.