Wilmots schließt Karaman-Abgang nicht aus

Kenan Karaman war in der abgelaufenen Saison quasi die Lebensversicherung des FC Schalke 04. Dennoch ist ein Verbleib des 30-Jährigen nicht in Stein gemeißelt.
"Kenan ist Leistungsträger, der normalerweise zwölf bis 15 Tore macht. Aber er muss es wollen. Wir haben ihm ein sehr gutes Angebot gemacht – doch wenn die große Kohle kommt, können wir nicht mitspielen", sage S04-Sportdirektor Marc Wilmots am Mittwoch am Rande des Trainingsauftakts in Gelsenkirchen.
Karamans Vertrag auf Schalke läuft im Sommer 2025 aus. Zahlreiche Klubs dürften sich um den gebürtigen Stuttgarter bemühen, der 2023/2024 starke 14 Treffer und neun Vorlagen in 31 Pflichtspieleinsätzen verbuchte.
Eine Ablösesumme könnte Schalke nach jetzigem Stand nur noch in der kommenden Transferperiode für Karaman kassieren. Erklärtes Wunschziel ist aber eine Verlängerung mit dem Publikumsliebling. "Wir haben Kenan klar signalisiert, dass wir ihn gern über die Saison hinaus halten wollen. Wir sind in Gesprächen und ich bin optimistisch, dass wir eine Lösung finden werden", betonte Vorstandschef Matthias Tillmann.
FC Schalke 04 geht für Karaman an die "Schmerzgrenze"
Wilmots zog mit Blick auf Karaman eine Parallele zu seiner eigenen Zeit auf Schalke: "Auch ich hatte in meiner Karriere viele Angebote, hätte mehr Geld verdienen können. Aber ich wusste, was ich auf Schalke hatte. Die Fans haben mich geliebt, und das war mir am wichtigsten."
Der Belgier hatte Anfang Juni gegenüber der "WAZ" angekündigt, für einen Karaman-Verbleib finanziell an die "Schmerzgrenze" des klammen Klubs gehen zu wollen. Damals berichtete Wilmots, die Signale von Karamans Seite seien "positiv".
Der Profi selbst hatte seine Zukunft zuletzt offen gelassen. "Wichtig ist mir natürlich zu erfahren, wie der Verein jetzt plant und ob er auch aus den Fehlern lernt, die wir alle gemacht haben", sagte Karaman. "Wenn wir unsere Ziele erreichen wollen, muss das passen. Das legen wir auf den Tisch und schauen dann, ob wir auf einen Nenner kommen."