17.01.2022 17:45 Uhr

Ginter-Degradierung: Matthäus schießt gegen Gladbach

Nationalspieler Matthias Ginter wurde in Gladbach degradiert
Nationalspieler Matthias Ginter wurde in Gladbach degradiert

Die Degradierung von Nationalspieler Matthias Ginter bei Borussia Mönchengladbach sorgt bei Rekordnationalspieler Lothar Matthäus für großes Unverständnis. In seinen Augen hat sich der Abwehrspieler nichts zu Schulden kommen lassen - anders als der Verein. 

"Ich habe persönlich nichts mit Ginter zu tun, aber ich kann das Vorgehen von Gladbach hier nicht verstehen", schrieb Matthäus in seiner "Sky"-Kolumne mit Blick auf die Degradierung des Abwehrspielers am vergangenen Wochenende: "Sie stecken sportlich in einer Krise und verzichten aus mir unerklärlichen Gründen auf einen ihrer besten Spieler."

Trainer Adi Hütter hatte nach der 1:2-Niederlage gegen Bayer Leverkusen mehr oder weniger erklärt, auch in den nächsten Spielen auf Matthias Ginter verzichten zu wollen und stattdessen "in die Zukunft zu investieren". Eine Zukunft, deren Teil Ginter nach seiner Abschiedsankündigung nicht mehr ist. 

Ginter habe lediglich den Wunsch geäußert, den Klub am Saisonende verlassen zu wollen, schilderte Matthäus: "Wie oft haben wir davon gehört dass sich Profis wegstreiken wie Aubameyang oder Dembélé und haben das zurecht missbilligt. Jetzt haben wir einen, der sich absolut vorbildlich verhält, so gut wie immer seine Leistung gebracht hat und nie negativ aufgefallen ist. Und den schiebt man quasi ab."

Matthäus: Ginters Forderungen sind nicht unverschämt

Die Fohlen haben in Matthäus' Augen die Option, mit Ginter, Friedrich und Elvedi eine der besten Dreierketten der Liga zu bilden: "Und jetzt macht man sich so ein Fass auf."

Dass der Verein sauer auf Ginter sein soll, weil die Gehaltsforderungen des Nationalspielers angeblich zu hoch waren, will Matthäus nicht gelten lassen. "Was man so hört, bewegen wir uns hier in den Kategorien von circa vier Millionen Euro Jahresgehalt. Das ist im Vergleich zu anderen Top-Klubs ein Schnäppchen. Es ist also nicht so, dass hier jemand total unverschämte Forderungen stellt", nahm er den Abwehrspieler in Schutz. 

"Wenn es so ist, dass man aufgrund finanzieller Engpässe noch unbedingt eine Ablöse für den Spieler generieren will, kann man das ordentlich kommunizieren und nicht unnötig in die Länge ziehen", kritisierte Matthäus die Außendarstellung der Fohlen, denn: "Je mehr darüber gesprochen wird, desto unangenehmer wird es für alle Parteien."

Ohne die Bayern-Punkte sähe es noch düsterer aus

Unangenehm ist auch die sportliche Lage, in der sich die Gladbacher in den letzten Wochen manövriert haben. "Gladbach kann aktuell wirklich froh sein, dass sie die unerwarteten drei Punkte aus München mitgenommen haben, denn sonst sähe es noch düsterer aus. Mit jeder Niederlage steigt die Enttäuschung, jede Enttäuschung geht auf die Psyche und irgendwann geht's nur noch ums sportliche Überleben", fürchtet Matthäus, dass die Borussia womöglich noch ganz tief unten rein rutschen könnte. 

Verantwortlich sind die Fohlen laut Matthäus selbst. Die Probleme seien "wieder einmal hausgemacht", meinte der "Sky"-Experte. In der letzten Saison habe der Trubel um die Zukunft von Marco Rose dem Team geschadet, nun die Diskussionen um Ginter und Zakaria, so Matthäus, der den Klub dabei als Hauptverantwortlichen ausmachte.