30.01.2024 15:31 Uhr

Ex-Rekordler des FC Bayern im freien Fall

Corentin Tolisso wechselte einst für eine Rekordsumme zum FC Bayern
Corentin Tolisso wechselte einst für eine Rekordsumme zum FC Bayern

Viele Gesichter aus dem deutschen Fußball spielen inzwischen weitgehend unbeachtet von den Medien im Ausland. Heute im sport.de-Rampenlicht: Ein ehemaliger Rekordtransfer des FC Bayern und ein langjähriges Assist-Monster des VfB Stuttgart.

Im Sommer 2023 investierte der FC Bayern satte 95 Millionen Euro für die Dienste von Harry Kane und verpflichtete damit den teuersten Neuzugang der Bundesliga-Geschichte. Selbiges machten die Münchner vor der Saison 2017/18. Damals lag besagte Rekordsumme allerdings noch bei "nur" 41,5 Millionen Euro, für die der deutsche Rekordmeister Corentin Tolisso von Olympique Lyon an die Säbener Straße lockte.

Während allerdings jetzt schon klar ist, dass man mit Kane einen echten Volltreffer gelandet hat, avancierte Tolisso zu einem großen Missverständnis.

In fünf Jahren absolvierte der Franzose gerade einmal 72 Bundesliga-Einsätze für den FC Bayern und bewegte sich lediglich 2017/18 im Dunstkreis der ersten Elf. Es folgten ein Kreuzbandriss, zahlreiche weitere Blessuren und letztlich die ablösefreie Rückkehr nach Lyon nach der Spielzeit 2021/22.

Dort steht Tolisso immerhin wieder regelmäßig auf dem Rasen, sportlich läuft es derzeit allerdings so gar nicht rund. Am Freitag kassierte OL beim 2:3 gegen Stade Rennes die elfte Saisonniederlage in der Liga, der Klassenerhalt des einstigen Serienmeisters ist arg gefährdet. 

Tolisso hätte sich OL-Absturz nicht vorstellen können

"Ich weiß auch nicht mehr, was ich noch sagen soll. Ich bin ein Fan von OL und ich hätte mir nie vorstellen können, dass der Verein in eine solche Situation gerät", haderte Tolisso bereits nach dem völlig verpatzten Saisonstart.

Besser wurde es nicht: Der Weltmeister von 2018 ist mit 29 Jahren weit davon entfernt, an alte Erfolge anzuknüpfen. Ende 2023 wurden sogar Gerüchte laut, Tolisso plane, das sinkende Schiff zu verlassen. Das kolportierte Interesse von Galatasaray konkretisierte sich jedoch nicht.

In Kürze steht für Tolisso und Co. übrigens eine brisante Partie an: Das Rückspiel gegen Olympique Marseille. Die Partie in der Hinserie wurde nach einer Attacke auf den Teambus von OL, welcher der inzwischen entlassene Trainer Fabio Grosso von einem Stein am Kopf getroffen wurde, Ende Oktober 2023 abgesagt, das Nachholspiel gewann Marseille mit 3:0.

Überraschender Abstieg nach Abschied vom VfB Stuttgart

Während Tolisso in der Bundesliga nie wirklich glücklich wurde, legte Borna Sosa im deutschen Fußball-Oberhaus einen steilen Aufstieg hin. 

Nach seinem Wechsel von Dinamo Zagreb zum VfB Stuttgart 2018 mauserte sich der Kroate zu einem der besten Vorlagengeber der Bundesliga. Selbst dem FC Bayern und dem BVB wurde immer wieder Interesse am Linksverteidiger nachgesagt. Als sich Sosa im Sommer 2023 aus dem Ländle verabschiedete, landete er allerdings schließlich bei Ajax Amsterdam. 

Ein Deal, der mehr als nur ein Geschmäckle hatte, da Amsterdams damaliger Direktor Profifußball Sven Mislintat wenige Monate zuvor noch als Sportdirektor des VfB Stuttgart tätig und mit der für den Deal zuständigen Berateragentur geschäftlich verbandelt war. Letztlich beendete man die Zusammenarbeit unabhängig vom Ergebnis der eingeleiteten Untersuchungen.

Für all das konnte Sosa natürlich nichts und so stand der Defensivspieler beim verkorksten Saisonstart der Niederländer noch regelmäßig auf dem Feld, inzwischen muss sich der 26-Jährige jedoch immer häufiger mit einem Bankplatz abfinden.

Zumindest an Sosas Offensivleistung kann es eigentlich nicht liegen. In seinen 13 teils nur kurzen Einsätzen für Ajax kommt der Nationalspieler bereits auf vier Assists. Zufrieden dürfte er dennoch nicht sein.

Marc Affeldt