Bericht: HSV profitiert erneut von Onana-Klauseln

Amadou Onana spielte nur eine Saison lang beim Hamburger SV, bevor er im Sommer 2021 garniert mit einer Verkaufsbeteiligung im Vertrag für viel Geld weiterzog. Mittlerweile ist der defensive Mittelfeldmann schon beim dritten neuen Klub gelandet und bringt dem HSV immer noch Geld ein. Das wird sich wohl auch so schnell nicht ändern aufgrund eines irren Konstrukts.
Amadou Onana ist gerade einmal 22 Jahre alt und doch schon mächtig herumgekommen in der (Fußball-)Welt. In der Kindheit spielte er bei mehreren belgischen Klubs, bevor der Mittelfeldspieler über die Hoffenheimer Jugend im Sommer 2020 ablösefrei beim Hamburger SV landete, wo er in insgesamt 26 Spielen (drei Tore) so sehr überzeugte, dass er nach nur einem Jahr zu OSC Lille weiterzog.
Kolportierte sieben Millionen Euro ließ sich der französische Erstligist den Transfer damals kosten. Viel Geld also für den deutschen Zweitligisten. Doch das sollte nicht alles sein. Weil sich der HSV eine Weiterverkaufsklausel zusichern ließ, stieg die Gesamtablöse mittlerweile schon auf 13,57 Millionen Euro an.
Möglich machte dies der Umstand, dass sich die Hamburger Bosse eine 20-prozentige Beteiligung am Transfergewinn zusichern ließen, falls Lille Onana veräußern würde. Genau das geschah bereits im August 2022. Damals zog der Belgier für das Fünffache (35 Millionen Euro) zum FC Everton weiter. In diesem Sommer ging es aus Everton zu Aston Villa.
Da alle Klubs auch untereinander Weiterverkaufsklauseln installierten, profitiert - mit Beginn beim HSV - jeder Verein vom Geldregen, den Onana einbringt.
HSV bekommt fast eine Million durch aktuellen Transfer von Onana
"Sport Bild" hat die aktuelle Rechnung aufgemacht, die zeigt, wie Onanas Grundablöse von damaligen sieben Millionen Euro mittlerweile deutlich angestiegen ist: Zuletzt flossen vor wenigen Wochen 59 Millionen Euro von Aston Villa an den FC Everton für Onana. Eine Summe, die 24 Millionen Euro über jenem Betrag liegt, den Everton damals an Lille abdrücken musste. Heißt: 20 Prozent von diesen 24 Millionen Euro wandern noch nach Frankreich an Lille (= 4,8 Millionen Euro).
Damit steigt Lilles Gewinn weiter an. Dieser lag ehemals bei 28 Millionen Euro, von denen der HSV bereits 20 Prozent (also 5,6 Millionen Euro im Jahr 2022) erhielt. Nun kommen für Lille weitere 4,8 Millionen Euro oben drauf, von denen im Rückschluss auch der Hamburger SV mit 20 Prozent profitiert. Heißt: Weitere 960.000 Euro darf der HSV einplanen.
Kurios: Auch Everton und Aston Villa einigten sich auf eine Weiterverkaufsklausel, die aber "nur" zehn Prozent vom (nächsten) Transfergewinn einbringt. Trotzdem: Auch auf diesem Weg würde der HSV im Falle eines weiteren millionenschweren Onana-Verkaufs profitieren, sofern dieser seinen Marktwert weiter steigert.