Bobic: Hummels gehört in den EM-Kader

Auch im Champions-League-Finale gegen Real Madrid gehörte Mats Hummels zu den besten Akteuren beim BVB. Dass der Abwehrroutinier nicht im Kader der deutschen Fußball-Nationalmannschaft für die bevorstehende Heim-EM steht, kann Fredi Bobic nicht nachvollziehen.
Seit Wochen und Monaten präsentiert sich Mats Hummels in einer bestechenden Verfassung. Auch bei der bitteren 0:2-Niederlage gegen Real Madrid im Champions-League-Finale am Samstag zählte der 35-Jährige zweifellos zu den stärksten Akteuren bei Borussia Dortmund.
Der Abwehrstratege, der den BVB ins Endspiel von Wembley geköpft hatte, leitete unter anderem die Riesenchance für Karim Adeyemi ein (sport.de-Note 2,0). Für Fredi Bobic ist auch deshalb klar: Einer wie Hummels darf bei der Heim-EM nicht fehlen.
"Ich hätte Hummels zur EM mitgenommen", schrieb der Europameister von 1996 in seiner "kicker"-Kolumne. Der 52-Jährige, der von 1999 bis 2002 für den BVB auf Torejagd ging, brach im selben Atemzug mit einem Gerücht: "An die These, er sei ein Troublemaker, wenn er nicht spiele, glaube ich nicht. Und sportlich darfst du auf jemanden wie ihn normal nicht verzichten."
BVB: Bobic vergleicht Hummels mit EM-Rückkehrer Kroos
Bobic verglich Hummels' Stellenwert im Land des EM-Gastgebers mit jenem von Toni Kroos. "Einige in Deutschland haben Kroos' Wert und sein Wirken lange unterschätzt, in Spanien hat er von Anfang an die verdiente Anerkennung gefunden", sagte der Ex-Stürmer über den Mittelfeldstrategen von Real Madrid.
Kroos' DFB-Rückkehr hatte im Frühling für neue Euphorie rund um das DFB-Team gesorgt. Doch auch der BVB habe in Mats Hummels "einen Haudegen, der auf der Höhe seines Könnens ist und der im Finale alles ausgepackt hat, in der Zweikampfführung wie im Aufbauspiel", betonte Bobic in diesem Zusammenhang.
Sein 78. und bisher letztes Länderspiel bestritt Hummels im November bei der 0:2-Niederlage gegen Österreich in Wien. Für die DFB-Tests gegen Frankreich (2:0) und die Niederlande (2:1) im März berücksichtigte Bundestrainer Julian Nagelsmann den Weltmeister von 2014 nicht.
Anders als sein Dortmunder Innenverteidigerkollege Nico Schlotterbeck, der im März ebenfalls nicht an Bord war, schaffte es Hummels im Mai dann auch nicht in den vorläufigen deutschen EM-Kader.