HSV fällt überraschende Boss-Entscheidung

Entgegen der ursprünglichen Überlegungen wird der Hamburger SV überraschend nun doch keinen neuen Manager in seine Führungsriege holen. Diese Entscheidung soll HSV-Sportvorstand Stefan Kuntz getroffen haben.
Vorausgegangen sei ein Austausch zwischen Kuntz und Sportdirektor Claus Costa sowie Trainer Mervin Polzin. Darüber berichtet "Bild". Demnach sehe Kuntz inzwischen nicht mehr die Notwendigkeit, einen neuen Mitarbeiter als Technischen Direktor ins Team zu holen.
Polzin, der nach dem 5:0-Kantersieg gegen Greuther Fürth bis Saisonende im Amt bestätigt wurde, könne die Kabine selbst führen und brauche dafür keine Unterstützung, laute die Begründung.
Diese Kehrtwende ist durchaus bemerkenswert. Denn: Kuntz soll die Verpflichtung eines Technischen Direktors zuletzt intensiv vorangetrieben haben. Noch in den Tagen vor dem Fürth-Spiel habe er Gespräche mit möglichen Kandidaten geführt, heißt es. Auch der "kicker" hatte zuletzt über das Vorhaben von Kuntz berichtet, das dieser nun offenbar ad acta gelegt hat.
Sportdirektor Costa muss also keine Beschneidung seiner Kompetenzen befürchten. Auch Polzin bekommt trotz seines jungen Alters von erst 34 Jahren keinen weiteren "Aufpasser" vom HSV gestellt.
HSV: Polzin nur die B-Lösung?
Die Entscheidung, den bisherigen Interimscoach zur Dauerlösung zu machen, hatten die Rothosen am Sonntag kommuniziert.
"In den knapp vier Wochen gemeinsamer Trainingsarbeit ist eine deutliche Entwicklung erkennbar, auf die wir in 2025 aufsetzen und aufbauen wollen. Merlin und sein Team genießen nicht nur in der Mannschaft, sondern auch bei uns Verantwortlichen volles Vertrauen. Das sind eindeutige Argumente, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen", sagte Kuntz.
Der 62-Jährige soll sich zuvor aber auch mit externen Trainerkandidaten beschäftigt haben. Lukas Kwasniok vom SC Paderborn soll dem HSV sogar bereits zugesagt haben, sein aktueller Arbeitgeber verweigerte ihm aber die Freigabe, schrieb "Bild".