Raus aus dem Rampenlicht: Viele altbekannte Gesichter spielen mittlerweile weitgehend unbeobachtet von der deutschen Presse bei Vereinen im Ausland. Heute geht es u.a. um Spieler, die im Ausland erfolgreicher spielen als zuvor in der Bundesliga.

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Ljuboja hat momentan viel mit seinen Mitspielern zu bejubeln

Danijel Ljuboja erlebte eher eine durchwachsene Zeit in Deutschland. Der serbische Mittelstürmer stand von 2005 bis 2009 beim VfB Stuttgart unter Vertrag und wurde zwischenzeitlich an Hamburg und Wolfsburg verliehen, konnte sich in der Bundesliga aber aufgrund seiner mageren Torausbeute letztendlich nie richtig durchsetzen. Für Legia Warszawa ist der Linksfuß dagegen erfolgreicher und traf bereits fünfmal in acht Ligaspielen, unter anderem zum Führungstreffer am vergangenen Spieltag gegen Wisla Kraków (2:0). Ebenso leitete er in der Europa League  gegen Hapoel Tel Aviv mit dem wichtigen Ausgleich zum 1:1 den späten 3:2-Sieg ein.

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Ein weiterer Osteuropäer, dessen Zeit in der Bundesliga nicht von Erfolg gekrönt war, ist der Rumäne Ciprian Deac. Der unter Felix Magath zu Schalke gewechselte Mittelfeldspieler wurde Anfang der Saison an Rapid Bucureşti ausgeliehen und durfte nun am vergangenen Spieltag Verantwortung übernehmen, als er gegen Voinţa Sibiu einen Elfmeter zum 1:0-Endstand verwandelte.

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Van the man mit Torpremiere

Als Ruud van Nistelrooy im Winter 2009/2010 zum HSV wechselte, setzte man große Hoffnungen in den Transfer des ehemaligen Weltstars, der lange Jahre für Manchester United und Real Madrid auf Torejagd ging. Besonders in seinem ersten halben Jahr in der Hansestadt war der 35-jährige torgefährlich und kam in eineinhalb Jahren auf insgesamt 17 Treffer in 44 Pflichtspielen. Nach Ablauf seines Vertrages wechselte „Van the man“, wie er in England genannt wurde, in den Süden Spaniens zum neureichen Málaga CF. Dort musste er nun bis zum siebten Spieltag warten, ehe er für seinen neuen Klub traf. Beim 3:2-Sieg gegen Getafe markierte er den zwischenzeitlichen Ausgleich zum 1:1.

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Ernst und Boateng müssen zugucken

Dagegen waren Roberto Hilbert und Fabian Ernst schon länger etablierte Kräfte bei Beşiktaş Istanbul. Mit 33 Pflichtspielen in einem Jahr, respektive 92 in drei Jahren gehörten beide zum Stammpersonal. Besonders Ernst wurde für seine Konstanz gelobt und verlängerte seinen Vertrag im Januar um drei Jahre bis 2014. Während Hilbert zuletzt in der Europa League gegen Stoke City für Beşiktaş traf, hat Ernst allerdings momentan seinen Stammplatz verloren.

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Tatsächlich zum Aussetzen gezwungen ist allerdings ein anderer Ex-Bundesligaspieler, der im Ausland zu größerer Wertschätzung gelangt ist als hierzulande. Die Rede ist von Kevin-Prince Boateng. Nach der erfolgreichen WM 2010 mit Ghana wechselte der gebürtige Berliner vom FC Portsmouth über den FC Genua zum AC Milan und schaffte dort auf Anhieb den Sprung zum Stammspieler und Publikumsliebling. Aufgrund einer Gelb-Roten Karte, die er am Sonntag  gegen Juventus kassierte, muss der Halbbruder von Jérôme Boateng nun aber am nächsten Spieltag pausieren.

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Azad Derakhshani