Nachdem jahrelang die finanzielle Schieflage die Schlagzeilen über den FC Portsmouth bestimmt haben, machte Pompey am Wochenende endlich wieder sportlich auf sich aufmerksam – allerdings als Verlierer eines Spiels mit spektakulärem Schlussakkord.          

picDas ehemalige Premier-League-Team, das nach existenzbedrohenden finanziellen Schwierigkeiten und zwei Abstiegen innerhalb von zwei Jahren nun mit einer völlig neuformierten Mannschaft in der dritten englischen Liga gegen den Ball tritt, bekam bei Carlisle United zu spüren, dass auch in der englischen Fußballprovinz die Trauben hoch hängen.

Carlisle führte nach 89 Minuten mit 2:0 – nichts deutete auf eine rekordverdächtige Nachspielzeit hin.  Vier Tore fielen in der sechsminütigen Nachspielzeit der Partie. Ashley Harris ließ die mitgereisten Portsmouth-Anhänger mit seinem Anschlusstreffer in der 90. Minute kurzzeitig hoffen, aber nur zwei Minuten später stellte James Berrett den alten Torabstand wieder her. Im direkten Gegenzug machte es Connor Clifford noch einmal spannend, aber in den verbleibenden drei Minuten der Nachspielzeit wollte der Ausgleichstreffer nicht mehr fallen. Fast mit dem Schlusspfiff gelang Carlisles Patrick Madden sogar noch das 4:2.

Nach drei Spieltagen stehen für Portsmouth damit magere drei Punkte auf der Haben-Seite. Nach der zweiten Insolvenz seit 2010 bekam Portsmouth erst kurzfristig grünes Licht für den Start in der League One. Allerdings hängt eine mögliche Strafe wie ein Damoklesschwert über dem Verein. Die Liga verhängte aufgrund der Insolvenz einen Zehn-Punkte-Abzug, der aber nur dann in Kraft tritt, sollte Portsmouth nicht aus der Insolvenz entlassen werden.  

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Ralf Amshove